Checkliste Geschäftskonto - Was muss bei einem Geschäftskonto beachtet werden?

Auswahl GeschäftskontoWer ein Geschäftskonto eröffnen möchte, der sollte einige Punkte beachten. Als Hilfestellung haben wir folgende Checkliste erstellt, die helfen soll ein geeignetes Geschäftskonto zu finden.

Welche Punkte sollten bei der Auswahl eines Geschäftskontos berücksichtigt werden?

1. Unternehmensform:

Welche Unternehmensform wurde gewählt, bzw. soll gewählt werden?

In den meisten Fällen starten Selbstständige als Einzelunternehmer (mit der Anmeldung eines Gewerbes und einem Gewerbeschein), aber es können auch andere Gesellschaftsformen wie z.B. eine GmbH, UG oder GbR gewählt werden.

So gut wie alle Geschäftskonten sind für Selbstständige und Freiberufler zu eröffnen. Bei der Wahl einer anderen Unternehmensform fallen bereits die ersten möglichen Geschäftskonten weg. Die kostenlosen Geschäftskonten der DAB Bank und der DKB sind z.B. nur von Selbstständigen bzw. Freiberuflern nutzbar. Für andere Gesellschaftsformen können die Konten nicht eröffnet werden. Bei einer späteren Änderung der Gesellschaftsform (z.B. gründet ein vorher als Einzelunternehmer tätige Person eine GmbH) müsste das Konto und die Bank gewechselt werden.

Die aktuelle (und zukünftige) Gesellschaftsform sollte bei der Auswahl eines Geschäftskontos berücksichtigt werden.

2. Kosten eines Geschäftskontos:

Welche Kosten fallen bei einem Geschäftskonto an?

Bei einem Geschäftskonto fallen in der Regel neben einer monatlichen Kontoführungsgebühr weitere Kosten für Buchungen und auch für die Einzahlung von Bargeld an. Ein schlecht gewähltes Geschäftskonto kann sehr teuer werden. Die Kostenquellen im Einzelnen.

Kontoführungsgebühr:

Es gibt einige wenige Geschäftskonten ohne Kontoführungsgebühren. Die "gratis" Geschäftskonten werden jedoch bisher ausschließlich von Direktbanken und nur für Selbstständige und Freiberufler angeboten. Normalerweise beginnen die monatlichen Kosten für ein Geschäftskonto bei ca. 5€. Bei einigen Banken sind Kostenbefreiungen bei bestimmten Durchschnittsguthaben möglich.

Oftmals bedeutender sind jedoch die Buchungskosten, die im Gegensatz zum Privatkonto, in Rechnung gestellt werden.

Buchungskosten:

Einen sehr großen Kostenfaktor bei einem Geschäftskonto können die Buchungskosten ausmachen. Im Gegensatz zum Privatkonto verlangen Banken bei Geschäftskonten (in den meisten Fällen) Gebühren für jede Transaktion bzw. Kontobewegung. Jeder Überweisungsein- bzw. Ausgang, jede Abbuchung einer Lastschrift und z.B. auch jede Kartenzahlung würde die Bank als Buchung abrechnen und dem Geschäftskunden in Rechnung stellen.

Bei beleglosen Buchungen (per Onlinebanking) liegen die Kosten je Transaktion bei 0€ bis 0,30€. Bei einer beleghaften Buchung (z.B. die telefonische Auftragserteilung / also Nutzung eines Mitarbeiters der Bank) liegen die Kosten deutlich höher und betragen zwischen 0,03€ und 2,50€ je Buchung.

Bei der Auswahl eines Geschäftskontos empfiehlt es sich nicht nur auf die feste Kontoführungsgebühr, sondern auch auf die Buchungskosten zu achten. Für Freiberufler und Selbstständige gibt es bei einigen Direktbanken kostenlose Alternativen. Die DAB Bank verlangt beispielsweise keine Kontoführungsgebühr und auch keine Buchungskosten.

3. Filialen vor Ort:

Muss Geld eingezahlt werden bzw. wird Beratung vor Ort benötigt?

Nicht alle Selbstständigen werden eine Bank mit Geschäftsstellen in der Nähe benötigen. Eine Filialbank hat jedoch den Vorteil, dass man sich zum einen vor Ort beraten lassen kann und das zum anderen die Einzahlung von Bargeld möglich ist. Kunden von Direktbanken können nur über Umwege Geld auf ihr Geschäftskonto einzahlen. Die Bareinzahlung bei einer Fremdbank kostet bestenfalls zwischen 5€ und 10€.

Muss im Monat häufiger Bargeld auf das Geschäftskonto eingezahlt werden? Dann ist die Eröffnung eines (kostenpflichtigen) Geschäftskontos bei einer Filialbank in den meisten Fällen die bessere Wahl.

4. Geldautomaten

Ist es wichtig, dass direkt vom Geschäftskonto Geld abgehoben werden kann?

Nicht für alle Unternehmer ist eine Vielzahl an Geldautomaten von Bedeutung. Üblicherweise wird man sich von seinem Geschäftskonto ein Gehalt bzw. Geld auf sein privates Girokonto überweisen. Wer dennoch häufiger Bargeld direkt von seinem Geschäftskonto benötigt, der sollte bei der Auswahl seines Geschäftskontos auch auf die Anzahl der bereitgestellten Geldautomaten achten.

Die Großbanken (Deutsche Bank, Commerzbank, Hypo Vereinsbank und auch Postbank) bündeln ihre Geldautomaten unter dem Namen "Cashgroup". Kunden eines dieser Geldhäuser können an allen Geldautomaten der zur Cahsgroup gehörenden Banken kostenlos Geld abheben. Viele Direktbanken wie z.B. die DAB Bank oder DKB haben kaum eigene Geldautomaten. Sie bieten ihren Kunden jedoch die Möglichkeit an fast allen Geldautomaten in Deutschland und einer großen Anzahl an Automaten weltweit kostenlos Geld abheben zu können und übernehmen die anfallenden Abhebegebühren. In Sachen "Geld abheben" haben inzwischen die Direktbanken die Nase vorn.

5. Sonstige Auswahlkriterien:

Weitere Kontenmodelle:

Schnell wachsenden Unternehmen reicht eventuell schon bald nicht mehr ihr anfangs gewähltes Kontenmodell aus. So kann z.B. eine stark angewachsene Anzahl an Transaktionen auf dem Geschäftskonto die Buchungskosten soweit erhöhen, dass das gewählte Konto zu teuer wird. Außerdem kann der Wechsel der Gesellschaftsform dazu führen, dass ein anderes Geschäftskonto erforderlich ist.

Die Direktbanken bieten nur ein einziges Kontenmodell für Selbstständige an. Wird z.B. eine GmbH gegründet, so müsste ein Bankwechsel vollzogen werden. Die meisten Filialbanken bieten dagegen zwischen 2 und 3 verschiedene Geschäftskonten an und noch weitere Kontenmodelle für große Unternehmen. Wer noch auf Gewerbeschein tätig ist, aber bereits die Gründung einer anderen Gesellschaftsform plant, der sollte überlegen, ob die Auswahl einer geeigneten Bank nicht bereits für die noch zu gründende Gesellschaft erfolgen sollte.

Internationale Ausrichtung:

Wer geschäftlich im Ausland tätig ist oder tätig werden möchte, sollte dies bei der Wahl seines Geschäftskontos berücksichtigen. Bei sämtlichen Anbietern von Geschäftskonten können Auslandsüberweisungen getätigt werden.

Wer allerdings weiterführende Bankprodukte (wie z.B. eine Dokumentenakkreditiv) benötigt, der braucht eine Bank, die diese Spezialleistungen anbietet. Eine ausreichende Unterstützung bei internationalen Geschäften können nur die Großbanken bieten.

Sicherheit:

Die in unserem Geschäftskonto Vergleich vorgestellten Banken unterliegen der Kontrolle der Bundesaufsicht für Finanzen (BaFin). Die gesetzliche Einlagensicherung beträgt 100.000€. Die meisten Banken bieten durch weitere Einlagensicherungsfonds zusätzliche Sicherheit. 

Ein weiterer Punkt sind die TAN-Verfahren der Geschäftsbanken. Das Tan-Listen-Verfahren gilt inzwischen als unsicher. Besser ist das mTAN-Verfahren. Die höchsten Sicherheitsstandards bietet das HBCI Verfahren, bei dem man eine extra Karte und ein Lesegerät plus PC für seine Bankgeschäfts benötigt.

 

Checkliste für die Wahl eines Geschäftskontos

Nicht alle genannten Punkte müssen für Sie bei der Auswahl eines Geschäftskontos von Bedeutung sein. Es macht jedoch Sinn sich bereits vor der Kontoeröffnung über die Nutzung seines Geschäftskontos Gedanken zu machen. Muss man z.B. regelmäßig Bargeld auf sein Geschäftskonto einzahlen, dann wird man nicht um ein kostenpflichtiges Geschäftskonto bei einer Filialbank herumkommen.

Hat man sehr viele kleine Umsätze und somit sehr viele Buchungen auf seinem Geschäftskonto, entsteht bei einem schlecht ausgewählten Konto ein großer Kostenblock, den man hätte reduzieren oder komplett streichen können. Eine gute Übersicht an günstigen Geschäftskonten finden Sie in unserem Geschäftskonto Vergleich.